Bei der Entscheidung für ein Medizinstudium im Ausland spielen verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle. Zunächst ist es essenziell, die Zulassungskriterien wie Aufnahme- oder Eignungstests (z. B. IMAT, UCAT, BMAT), Sprachanforderungen (B2, C1 o. Ä.) und gegebenenfalls Mindestnoten in Naturwissenschaften zu kennen. Auch die Frage nach der Anerkennung des erworbenen Abschlusses im Heimatland oder anderen Ländern sollte unbedingt vorab geklärt werden.
Zudem unterscheiden sich die Lebenshaltungskosten und Studiengebühren teils deutlich. Während staatliche Universitäten häufig günstigere Konditionen bieten, verlangen private Einrichtungen oft hohe Gebühren, können aber im Gegenzug flexiblere Zulassungsbedingungen haben.
Die Bewerbungsfristen variieren stark zwischen den Ländern – von sehr frühen Terminen (z. B. Januar/Februar in der Schweiz) bis hin zu eher späten (Juli/August in vielen osteuropäischen Staaten). Häufig sind auch Motivations- und Empfehlungsschreiben sowie Nachweise über Praktika oder Freiwilligenarbeit im medizinischen Bereich hilfreich.
In vielen Fällen wird ein bestimmtes Sprachniveau (z. B. IELTS 6.5/7.0 oder TOEFL) für englischsprachige Programme gefordert, während für landessprachliche Programme das entsprechende Niveau in der jeweiligen Nationalsprache verlangt wird. Wer die klinischen Anteile des Studiums meistern und mit Patientinnen und Patienten in Kontakt treten möchte, profitiert in jedem Fall von guten Sprachkenntnissen – selbst wenn das Studium formal in Englisch stattfindet.
Vor der endgültigen Entscheidung für einen Studienort sollte man sich außerdem mit Themen wie Visabestimmungen, Versicherungen und den kulturellen Gegebenheiten vor Ort befassen. Ein frühzeitiger Kontakt zur Universität sowie das Knüpfen von Netzwerken mit aktuellen oder ehemaligen Medizinstudierenden im jeweiligen Land kann den Start ins Studium erheblich erleichtern.
Zulassungsvoraussetzungen zusammengefasst
- Zulassung oft über Eignungstests (z. B. UCAT, BMAT, IMAT) oder hochschulspezifische Tests
- Sprachkenntnisse (Englisch oder Landessprache) meist auf B2/C1-NiveauNotendurchschnitt (insbesondere Naturwissenschaften) kann relevant sein
- Bewerbungsfristen variieren stark (teils sehr früh, teils im Sommer)
- Staatliche Unis haben oft strengere Kriterien, private sind flexibler, aber teurer
- Vorab Anerkennung des Abschlusses im Heimatland prüfen
- Visabestimmungen, Versicherung und kulturelle Aspekte früh klären
Vergleichstabelle: Voraussetzungen und Zulassung in ausgewählten Ländern
Land | Zulassungstests | Sprachanforderungen | Notendurchschnitt (NC) | Bewerbungsfristen | Besonderheiten |
---|---|---|---|---|---|
Bosnien und Herzegowina | Interne Aufnahmeprüfungen der Universitäten (Biologie, Chemie) | Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Kein landesweiter NC, Mindestnoten in Naturwissenschaften | Meist bis Juli/August | Günstige Studiengebühren, kein EU-Mitglied (Anerkennung ggf. aufwendig) |
Bulgarien | Eigene Tests in Biologie/Chemie für englischsprachige Programme | Bulgarisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Weniger strenges System, aber solide Naturwissenschaftsnoten | April–Juli | EU-Mitglied, vergleichsweise niedrige Gebühren und Lebenshaltungskosten |
Niederlande | Numerus Fixus, Bewerbung über Studielink, teils eigener Auswahltest | Niederländisch (C1) oder Englisch (B2/C1) | Hoher NC, besonders in naturwissenschaftlichen Fächern | Jan.–Mai | Problemorientiertes Lernen (PBL), sehr kompetitives Verfahren, Studienplätze begrenzt |
USA | MCAT (Medical College Admission Test), Bachelorabschluss erforderlich | Englisch (TOEFL/IELTS für internationale Bewerber*innen) | Sehr guter GPA (3.5+ auf 4.0-Skala), starke Konkurrenz | Rolling Admissions, meist Herbst | Sehr hohe Studiengebühren, danach mehrjährige Residency, eingeschränkte Visavergabe für Nicht-US-Bürger*innen |
Schweiz | Eignungstest EMS (dt.-sprachige Kantone), sonstige Kantone mit eigenen Tests | Deutsch, Französisch oder Italienisch (jeweils meist C1), teils englische Programme | Sehr hoher NC/Testergebnis, streng regulierte Studienplätze | Meist bis Jan./Feb. für Studienstart im Herbst | Zugang oft auf Schweizer Staatsbürger*innen oder Inländer beschränkt, Zulassung sehr kompetitiv |
Slowakei | Interne Prüfungen (Biologie, Chemie) | Slowakisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Kein zentraler NC, aber Mindestnoten in Naturwissenschaften | Frühjahr/Sommer | Mehrere englischsprachige Programme, moderate Studiengebühren, EU-Mitglied |
Türkei | YÖS (Ausländertest) oder Uni-interne Tests (Biologie, Chemie) | Türkisch (B2/C1) für staatl. Programme, Englisch (TOEFL) für englischsprachige Programme | Staatliche Unis mit teils höherem NC, private flexibler | Variiert, oft Frühjahr | Hohe Spanne bei den Studiengebühren (staatlich günstig, privat teuer), Qualität unterschiedlich |
Ukraine | Interne Universitätsprüfungen (Biologie/Chemie), teils englischsprachig | Ukrainisch/Russisch (B2) oder Englisch (B2) | Mindestnoten in Naturwissenschaften, kein einheitlicher NC | Meist bis Juli/August | Politische Lage beachten, vergleichsweise niedrige Gebühren |
Frankreich | Auswahltest im 1. Studienjahr (früher PACES, heute PASS/LAS), Parcoursup | Französisch (C1) | Sehr anspruchsvolles Selektionsverfahren (v. a. im 1. Jahr) | Jan.–April (Parcoursup) | Hohe Durchfallquote im ersten Jahr, begrenzte Kapazitäten, danach sehr gute Ausbildung |
Griechenland | Panhellenischer Test (Biologie, Chemie, Physik) | Griechisch (B2/C1) oder Englisch (B2) für neue englischsprachige Programme | Kein landesweiter NC, aber Mindestnoten sind üblich | Frühjahr bis Frühsommer | Günstige Studiengebühren, gute Klimabedingungen, EU-Mitglied |
Großbritannien | UCAT oder BMAT (je nach Uni) | Englisch (IELTS mind. 7.0 o. Ä.) | Sehr hoher NC (A-Levels: AAA) | Bis Mitte Okt. des Vorjahres (UCAS) | Hohe Gebühren für Nicht-UK-Studierende, 5–6 Jahre MBBS/MBChB, sehr renommiert |
Italien | IMAT (International Medical Admissions Test) | Italienisch (B2/C1) oder Englisch (B2) für internationale IMAT-Programme | NC weniger wichtig, IMAT-Ergebnis entscheidend | Frühjahr/Sommer (Testtermine) | Beliebte englischsprachige Programme in Großstädten, EU-Anerkennung |
Kroatien | Interne Prüfungen (Biologie/Chemie) | Kroatisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Kein allgemeiner NC, Mindestnoten in Naturwissenschaften | Meist Juli/August | EU-Mitglied, moderate Lebenshaltungskosten, steigende Popularität |
Lettland | Aufnahmetests oder Abiturbewertung (Biologie/Chemie) | Lettisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Mindestanforderungen in Naturwissenschaften, kein einheitlicher NC | Frühjahr bis Sommer | Mehrere englischsprachige Programme, moderate Gebühren, EU-weit anerkannt |
Litauen | Aufnahmeprüfung (Biologie, Chemie) oder Abiturergebnisse | Litauisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Mindest-Gesamtdurchschnitt, Fokus auf Naturwissenschaften | Frühjahr/Sommer | Moderat hohe Gebühren, EU-Anerkennung, steigendes Interesse internationaler Studierender |
Österreich | MedAT (Aufnahmetest in Biologie, Chemie, Physik, Textverständnis) | Deutsch (C1) | Kein formaler NC, aber sehr anspruchsvoller MedAT | Meist bis Ende März/April, Test im Sommer | Quotenregelung für In- und Ausländer, sehr begrenzte Studienplätze, hohes Niveau |
Polen | Uni-interne Aufnahmetests (Biologie, Chemie) oder Abiturbewertung | Polnisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Kein flächendeckender NC, aber gute Noten in Naturwissenschaften | Meist bis Juli | Viele englischsprachige Programme, EU-Anerkennung, moderate bis höhere Studiengebühren |
Rumänien | Aufnahmeprüfungen (Biologie/Chemie) | Rumänisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Teils Mindestnoten, aber kein strenger NC | Frühjahr/Sommer | Geringe Lebenshaltungskosten, EU-Mitglied, zahlreiche englischsprachige Studiengänge |
Russland | EGE (Einheitliche Staatliche Prüfung) für Einheimische, interne Tests sonst | Russisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Mindestnoten in Naturwissenschaften, kein einheitlicher NC | Meist bis Juli/August | Unterschiedliche Qualität an Universitäten, Anerkennung im Ausland vorab prüfen |
Spanien | Selectividad/EvAU (staatliche Prüfung) für staatliche Unis | Spanisch (B2/C1), wenige englischsprachige Optionen | Hohe Anforderungen in naturwissenschaftlichen Fächern | Frühjahr (Februar–April) | Beliebtes Land, allerdings begrenzte Plätze, viel Konkurrenz |
Tschechien | Aufnahmeprüfungen (Biologie/Chemie/Physik), teils Mathematik | Tschechisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Kein zentraler NC, aber gute Ergebnisse in Aufnahmetests | Frühjahr/Sommer | Eng. Programme weit verbreitet (z. B. Prag, Brünn), EU-weit anerkannt |
Ungarn | Aufnahmeprüfung (z. B. Semmelweis: Biologie, Chemie, Englisch) | Ungarisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Kein strenger NC, aber anspruchsvolle Aufnahmeprüfung | Meist bis Juli | Gutes Renommee der Medizinunis (z. B. Semmelweis), Studiengebühren für Ausländer mitunter hoch |
Zypern | Teils interne Tests, teils Zeugnisbewertung | Griechisch (B2/C1) oder Englisch (B2) | Mindestnoten in Biologie, Chemie, kein flächendeckender NC | Frühjahr/Sommer | Wenige, aber wachsende medizinische Fakultäten, teils privat und daher kostenintensiv, EU-Mitglied (Republik Zypern) |
Diese Übersicht fasst die wichtigsten Punkte zu Zulassungstests, Sprachanforderungen, NC-Vorgaben und Bewerbungsfristen in ausgewählten Ländern zusammen. Wer ein Medizinstudium im Ausland anstrebt, sollte sich frühzeitig mit den jeweiligen Verfahren vertraut machen, die Unterlagen fristgerecht einreichen und gegebenenfalls vorbereitende Sprachkurse oder Vorkurse (Pre-Med) in Anspruch nehmen. So lassen sich die Chancen auf eine erfolgreiche Zulassung zum Wunschstudiengang deutlich erhöhen.
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Bosnien und Herzegowina
In Bosnien und Herzegowina verlangen viele staatliche medizinische Fakultäten interne Aufnahmeprüfungen, die meist naturwissenschaftliche Grundlagen in Biologie und Chemie abdecken. Wer in der Landessprache studiert, sollte gute Kenntnisse im Bosnischen, Kroatischen oder Serbischen mitbringen. Einige Universitäten bieten auch englischsprachige Programme an, hierfür wird in der Regel ein B2-Sprachnachweis gefordert. Ein strenger landesweiter NC existiert nicht, doch die Universitäten setzen häufig Mindestnoten in relevanten Fächern voraus. Da Bosnien und Herzegowina kein EU-Mitglied ist, sollte man sich über die Anerkennung des späteren Abschlusses im Heimatland informieren. Die Bewerbungsfristen liegen meistens bis Juli oder August, sodass ein Studienstart im Herbst möglich ist.
Bulgarien
Bulgarien ist aufgrund vergleichsweise günstiger Studiengebühren und EU-Anerkennung bei internationalen Studierenden beliebt. Viele medizinische Fakultäten führen einen eigenen Aufnahmetest durch, der Biologie- und Chemiekenntnisse prüft. Für englischsprachige Studiengänge ist üblicherweise ein B2-Nachweis nötig, für bulgarischsprachige Programme mindestens ein B2- oder C1-Level in Bulgarisch. Ein fester NC ist selten vorgeschrieben, doch die Universitäten legen Wert auf solide Vorkenntnisse in den Naturwissenschaften. Die Bewerbungsphase beginnt häufig im Frühjahr und zieht sich bis in den Sommer hinein. Dank der EU-Mitgliedschaft ist der bulgarische Abschluss in anderen EU-Ländern in der Regel anerkannt.
Niederlande
In den Niederlanden sind die Studienplätze in Medizin durch den Numerus Fixus begrenzt, weshalb ein strenges Auswahlverfahren über das nationale Portal Studielink stattfindet. Wer in niederländischsprachigen Programmen studieren will, benötigt meist ein C1-Sprachniveau. Für internationale Programme kann ein IELTS- oder TOEFL-Zertifikat gefordert werden. Ein hoher Notenschnitt in naturwissenschaftlichen Fächern ist oft entscheidend. Die Bewerbungsfristen liegen häufig zwischen Januar und Mai, wobei der genaue Termin von Universität zu Universität schwankt. Problemorientiertes Lernen (PBL) ist in den Niederlanden weit verbreitet und prägt den Studienalltag.
USA
In den USA beginnt das Medizinstudium erst nach einem abgeschlossenen Bachelor-Studium. Für die Zulassung zu einem Medical College ist der MCAT (Medical College Admission Test) verpflichtend, der die Eignung in Naturwissenschaften, kritischem Denken und Englisch prüft. Ein sehr guter GPA (Note) aus dem Bachelor sowie überzeugende Empfehlungsschreiben und Bewerbungsaufsätze (Personal Statements) sind ebenfalls erforderlich. Internationale Studierende müssen zusätzlich ihre Englischkenntnisse mit TOEFL oder IELTS nachweisen. Die Bewerbungsfristen (Rolling Admissions) liegen oft im Herbst des Vorjahres, bevor das Programm im darauffolgenden Jahr beginnt. Das Studium ist sehr kostenintensiv und die Konkurrenz hoch. Nach dem Abschluss folgt eine mehrjährige Facharztausbildung (Residency).
Schweiz
In der Schweiz existieren für Medizin begrenzte Studienplätze, die überwiegend Schweizerinnen und Schweizern oder bereits länger ansässigen Personen zur Verfügung stehen. Der EMS (Eignungstest für das Medizinstudium) ist ein zentraler Bestandteil der Auswahl, zumindest in den deutschsprachigen Kantonen. Für französisch- oder italienischsprachige Fakultäten gelten entsprechende Sprachvoraussetzungen. Häufig wird ein C1-Niveau in der jeweiligen Amtssprache verlangt. Die Bewerbungsfrist endet meist schon im Januar oder Februar für einen Studienbeginn im Herbst. Aufgrund der stark reglementierten Plätze ist die Aufnahme sehr kompetitiv.
Slowakei
Die Slowakei hat in den vergangenen Jahren mehrere englischsprachige Medizin-Studiengänge etabliert. Meist führen die Universitäten interne Prüfungen in Biologie und Chemie durch. Ein B2-Niveau in Englisch ist in der Regel ausreichend, wer in der Landessprache studieren möchte, sollte Slowakisch mindestens auf B2 beherrschen. Ein fester NC existiert nicht, gute Leistungen in naturwissenschaftlichen Schulfächern werden jedoch erwartet. Die Bewerbungsfristen liegen oft im Spätsommer, sodass ein Studienstart im Herbst möglich ist. Die Studiengebühren sind im europäischen Vergleich moderat.
Türkei
In der Türkei hängt das Zulassungsverfahren stark von der Hochschulart ab. Für internationale Studierende gibt es meist die YÖS-Prüfung (Yabancı Öğrenci Sınavı) oder spezifische Universitätsaufnahmetests in Biologie und Chemie. Wer an einem türkischsprachigen Programm teilnehmen will, benötigt mindestens ein B2- oder C1-Level in Türkisch. Für englische Programme ist TOEFL oder ein äquivalenter Test nötig. Staatliche Universitäten haben oft strengere Auflagen und niedrigere Gebühren als private Universitäten, die tendenziell flexiblere Zulassungsvoraussetzungen, aber hohe Kosten haben. Die Bewerbungsfristen variieren, liegen aber häufig im Frühjahr.
Ukraine
Die Ukraine war lange Zeit ein beliebtes Ziel für internationale Medizinstudierende, da die Studiengebühren niedrig und die Zulassungskriterien vergleichsweise flexibel waren. In der Regel bestehen die Aufnahmeprüfungen aus Tests in Biologie und Chemie, wahlweise auf Englisch, Russisch oder Ukrainisch. Ein Sprachnachweis in Englisch (B2) oder Ukrainisch/Russisch (B2) ist üblich. Der Notenschnitt spielt eine geringere Rolle, es werden jedoch Mindestleistungen verlangt. Aufgrund der aktuellen politischen Lage in einigen Teilen der Ukraine sollten Studieninteressierte die Sicherheitssituation bewerten. Die Bewerbungsfristen enden oft im Sommer.
Frankreich
Frankreich besitzt ein strenges Auswahlverfahren für Medizin. Im ersten Jahr des Studiums (früher PACES, heute teils PASS oder LAS) gibt es eine hohe Durchfallquote, und nur die besten Studierenden dürfen weiterstudieren. Für internationale Bewerberinnen und Bewerber kommen teils spezielle Programme oder Quereinstiegskanäle (Passerelle) infrage. Französisch auf C1-Niveau ist Voraussetzung für die meisten landessprachlichen Programme. Die Bewerbungen laufen über die Plattform Parcoursup, wo im Januar die Anmeldung startet und bis April bearbeitet wird. Die Plätze sind stark nach Leistung begrenzt.
Griechenland
In Griechenland erfolgt die Zulassung zu den medizinischen Studiengängen über den panhellenischen Zugangstest. Für ein Studium auf Griechisch sollten Interessierte mindestens ein B2-, besser ein C1-Niveau nachweisen. Da das Land zunehmend englischsprachige Programme anbietet, kann für diese Studiengänge ein B2-Englischzertifikat erforderlich sein. Einen festen, landesweiten NC gibt es nicht, allerdings setzen die Universitäten bestimmte Mindestnoten in Naturwissenschaften voraus. Die Bewerbungszeit beginnt häufig im Frühjahr. Die Studiengebühren sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern relativ moderat.
Großbritannien
Im Vereinigten Königreich (UK) müssen angehende Medizinstudierende in der Regel den UCAT (University Clinical Aptitude Test) oder den BMAT (BioMedical Admissions Test) absolvieren. Darüber hinaus sind hervorragende Noten in naturwissenschaftlichen Fächern (A-Levels, häufig drei Mal Note A) sehr wichtig. Internationale Bewerberinnen und Bewerber weisen ihre Englischkenntnisse meist über IELTS (mindestens 7.0) nach. Die Bewerbungen für medizinische Studiengänge werden früh über UCAS eingereicht, oft bis Mitte Oktober des Vorjahres. Die Studiengebühren sind für Nicht-UK-Studierende hoch, das Medizinstudium dauert in der Regel fünf bis sechs Jahre.
Italien
In Italien gibt es für die medizinischen Studiengänge eine zentrale Aufnahmeprüfung, den IMAT (International Medical Admissions Test). Dieser Test prüft naturwissenschaftliche Kenntnisse und logisches Denken. Wer sich für ein italienischsprachiges Programm entscheidet, benötigt meist ein B2- oder C1-Niveau in Italienisch. Für die englischsprachigen IMAT-Programme gilt in der Regel ein B2-Nachweis in Englisch. Der NC spielt eine untergeordnete Rolle, denn das IMAT-Ergebnis bestimmt weitgehend die Rangliste. Die Bewerbungsfenster für den Test liegen im Frühjahr und Sommer, Studienstart ist typischerweise im Herbst.
Kroatien
In Kroatien führen staatliche und private Universitäten oft interne Aufnahmeprüfungen in Biologie und Chemie durch. Wer auf Kroatisch studieren möchte, benötigt in der Regel ein B2- oder C1-Niveau. Für englischsprachige Programme reicht meist ein B2-Zertifikat. Strenge NC-Regeln gibt es nicht flächendeckend, jedoch fordern die Universitäten Mindestnoten in naturwissenschaftlichen Schulfächern. Die Bewerbungsfristen enden meist im Juli oder August. Da Kroatien zur EU gehört, ist der Abschluss europaweit anerkannt und die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Mitteleuropa oft etwas niedriger.
Lettland
In Lettland erfolgt die Zulassung zu den Medizinprogrammen meist über eine Bewertung der Abitur- bzw. Matura-Ergebnisse in naturwissenschaftlichen Fächern wie Biologie und Chemie. Zusätzlich können Universitäten interne Aufnahmeprüfungen organisieren. Für englischsprachige Programme ist ein B2-Niveau (z. B. IELTS oder TOEFL) erforderlich, während für lettischsprachige Studiengänge ein B2- oder C1-Level in Lettisch erwartet wird. Ein formaler NC existiert nicht, allerdings gibt es Mindestanforderungen. Die Bewerbungsphase läuft häufig bis zum Sommer, wobei die genauen Fristen je nach Universität variieren.
Litauen
Litauen bietet mehrere internationale Medizinstudiengänge, bei denen Aufnahmeprüfungen in Biologie und Chemie üblich sind. Alternativ kann eine sehr gute Abitur- oder Matura-Note in diesen Fächern berücksichtigt werden. Für englischsprachige Programme wird in der Regel ein B2-Nachweis verlangt, während für litauischsprachige Kurse ein höheres Sprachniveau empfehlenswert ist. Die Bewerbungen starten meist im Frühjahr und enden im Sommer. Die Studiengebühren und Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu westeuropäischen Ländern noch relativ moderat. Dank EU-Mitgliedschaft wird der Abschluss in vielen Ländern anerkannt.
Österreich
In Österreich gibt es für die staatlichen medizinischen Universitäten den MedAT, einen umfassenden Eignungstest, der naturwissenschaftliche Kenntnisse, kognitive Fähigkeiten und soziale Kompetenzen abfragt. Ein NC im klassischen Sinne existiert nicht, sondern es zählen die Testergebnisse und vorgegebene Quoten (etwa für EU-Bürgerinnen und Bürger). Wer zugelassen wird, sollte über ein C1-Niveau in Deutsch verfügen. Die Bewerbungsfrist liegt meist im Frühjahr, der eigentliche Test findet im Sommer statt. Die Plätze sind stark limitiert, weshalb der Konkurrenzdruck hoch ist.
Polen
Polen bietet viele englischsprachige Medizinstudiengänge an, die vor allem bei EU-Studierenden beliebt sind. Je nach Universität kann es einen Aufnahmetest in Biologie und Chemie geben, in anderen Fällen werden die Abiturnoten in naturwissenschaftlichen Fächern berücksichtigt. Ein B2-Niveau in Englisch gilt als Standardvoraussetzung, während für polnischsprachige Programme ein B2- oder C1-Level verlangt wird. Die Bewerbungsfristen reichen oft von Frühjahr bis in den Sommer. Die Studiengebühren sind im EU-Vergleich meist mittel bis hoch, doch die Qualität der Ausbildung ist weithin anerkannt.
Rumänien
In Rumänien gibt es sowohl rumänisch- als auch englischsprachige Medizinstudiengänge. Die Universitäten prüfen häufig Biologie- und Chemiekenntnisse in einem internen Aufnahmeverfahren. Ein Sprachnachweis auf B2-Niveau ist üblich, entweder in Rumänisch oder Englisch. Ein ausgeprägter NC wird seltener herangezogen, doch Mindestnoten in naturwissenschaftlichen Schulfächern können Voraussetzung sein. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig, und der rumänische Abschluss ist innerhalb der EU anerkannt. Die Bewerbungsfristen erstrecken sich zumeist über das Frühjahr und den Sommer.
Russland
In Russland gilt die Einheitliche Staatliche Prüfung (EGE) als Grundlage für inländische Bewerberinnen und Bewerber. Internationale Interessierte legen häufig an den Universitäten interne Tests in Biologie und Chemie ab. Für landessprachliche Programme sollte ein B2- oder C1-Level in Russisch vorhanden sein. Englischsprachige Kurse setzen meist ein B2-Niveau voraus. Ein zentraler NC wie in Deutschland existiert nicht, die Unis orientieren sich aber an Mindestnoten. Aufgrund des großen Landes und unterschiedlicher Qualität ist eine genaue Prüfung der Universität ratsam. Außerdem sollten Interessierte vorab klären, ob der Abschluss im Heimatland problemlos anerkannt wird.
Spanien
In Spanien wird die Zulassung zu staatlichen Universitäten häufig über die Selectividad bzw. EvAU (Eignungsprüfung) geregelt. Für die Medizin sind die Plätze knapp, weshalb sehr gute Noten in naturwissenschaftlichen Fächern verlangt werden. Einige private Hochschulen bieten eigene Aufnahmeverfahren an. Die meisten Programme werden auf Spanisch unterrichtet, wofür mindestens ein B2-, idealerweise ein C1-Level nötig ist. Ein englischsprachiges Angebot ist bislang eher begrenzt, aber zunehmend im Kommen. Die Bewerbungsfrist liegt oft im Frühjahr, damit ein Studium im Herbst beginnen kann.
Tschechien
In Tschechien existieren an namhaften Universitäten wie in Prag oder Brünn englischsprachige Medizinstudiengänge. Um zugelassen zu werden, müssen Bewerberinnen und Bewerber häufig eine Prüfung in Biologie, Chemie und mitunter Physik ablegen. Ein B2-Nachweis in Englisch ist erforderlich, während für tschechischsprachige Programme ein B2- oder C1-Level in Tschechisch verlangt wird. Ein starres NC-System gibt es nicht, doch ein gutes Abschneiden bei der Aufnahmeprüfung ist essenziell. Die Bewerbungsphase endet meist im Frühsommer. Dank EU-Mitgliedschaft ist die Anerkennung des Abschlusses in anderen europäischen Ländern möglich.
Ungarn
In Ungarn sind Universitäten wie Semmelweis (Budapest) oder die Universität Szeged bekannt für ihre englischsprachigen Medizinstudiengänge. Ein zentraler NC existiert nicht, es finden allerdings Aufnahmeprüfungen in Biologie, Chemie und teilweise in Englisch statt. Wer die Universitätsprüfungen besteht und ein B2-Zertifikat in Englisch vorweist, hat gute Chancen auf Zulassung. Ungarischsprachige Programme erfordern natürlich entsprechende Sprachkenntnisse auf B2- oder C1-Niveau. Während die Qualität der Ausbildung hoch geschätzt wird, können die Studiengebühren für internationale Studierende recht hoch ausfallen. Die Bewerbungsfristen laufen typischerweise bis in den Sommer.
Zypern
Zypern verfügt über einige medizinische Fakultäten, sowohl in der Republik Zypern (EU-Mitglied) als auch im türkisch besetzten Norden. Oft fordern die Universitäten interne Aufnahmeprüfungen oder begnügen sich mit guten Zeugnissen in Biologie und Chemie. Für englischsprachige Programme wird meist ein B2-Niveau verlangt, während bei griechischsprachigen Studiengängen ein B2- oder C1-Level Voraussetzung sein kann. Die Bewerbungszeiträume variieren, liegen aber oft zwischen Frühjahr und Sommer. Die Zahl der Medizinplätze ist begrenzt, es gibt jedoch einige private Universitäten mit moderner Ausstattung und entsprechend höheren Gebühren.
Dieses Länderbeispiel verdeutlicht, wie unterschiedlich die Voraussetzungen und Bewerbungsmodalitäten für ein Medizinstudium im Ausland sein können. Ob spezielle Eignungstests, Notendurchschnitte oder Sprachzertifikate: Eine gründliche Recherche bei der Wunschuniversität sowie die Einhaltung der vorgegebenen Fristen sind essenziell, um erfolgreich ins Studium zu starten. Zudem sollten künftige Studierende vorab klären, ob der Abschluss später im gewünschten Land problemlos anerkannt wird.